Einleitung
Welche Innensechskantschlüssel Größen brauche ich am Fahrrad.
Die kurze Antwort: Besonders wichtig sind 4, 5 und 6 mm. Damit allein würde ich meine Werkstatt trotzdem nicht ausstatten.
Je nach Fahrrad, Hersteller, Baujahr und Komponenten können dir auch 1,5 / 2 / 2,5 / 3 / 8 und 10 mm begegnen.
Für die heimische Fahrradwerkstatt halte ich deshalb einen vollständigen metrischen Satz von 1,5 bis 10 mm für die sinnvollste Lösung.
In diesem Ratgeber zeige ich dir nicht nur die einzelnen Größen. Wir schauen uns vor allem an, an welchen Fahrradbauteilen welche Innensechskant-Größen typischerweise vorkommen können und warum du trotzdem immer die konkrete Schraube beziehungsweise die Herstellerangaben prüfen solltest.
Das Wichtigste in 60 Sekunden
Wenn du gerade einen Innensechskantsatz für deine Fahrradwerkstatt zusammenstellst, merk dir zunächst:
4 und 5 mm gehören zu den wichtigsten Größen.
6 mm solltest du ebenfalls immer griffbereit haben.
2 / 2,5 / 3 mm brauchst du für kleinere Schrauben, Einstellarbeiten und bestimmte Komponenten.
8 und 10 mm kommen deutlich seltener zum Einsatz, können bei größeren beziehungsweise speziellen Verbindungen aber erforderlich sein.
Für einen vollständigen Werkstattsatz empfehle ich:
Größe | Bedeutung fürs Fahrrad |
1,5 mm | selten, kleine Einstell-/Spezialschrauben |
2 mm | kleine Einstell- und Befestigungsschrauben |
2,5 mm | kleinere Komponenten und Einstellungen |
3 mm | kleinere Befestigungen und Zubehör |
4 mm | sehr häufig |
5 mm | sehr häufig |
6 mm | wichtige Werkstattgröße |
8 mm | größere bzw. spezielle Verbindungen |
10 mm | seltenere Spezialanwendungen |
Meine bevorzugte Abstufung für einen universellen Satz lautet deshalb:
1,5 / 2 / 2,5 / 3 / 4 / 5 / 6 / 8 / 10 mm.
Welche Bauteile am Fahrrad brauchen welche Innensechskant-Größen?
Das ist wahrscheinlich die praktischste Frage dieses gesamten Ratgebers.
Du möchtest schließlich nicht wissen, dass ein 5-mm-Schlüssel existiert. Du möchtest wissen:
Wo brauche ich den 5er an meinem Fahrrad?
Und genau hier muss ich etwas vorwegnehmen.
Es gibt keine allgemeingültige Zuordnung, nach der beispielsweise jeder Vorbau 4 mm und jede Sattelstütze 5 mm verwendet.
Hersteller können andere Schrauben verwenden. Selbst bei einem bestimmten Bauteil können sich Schraubengrößen zwischen Modellgenerationen unterscheiden.
Die folgende Tabelle ist deshalb eine Orientierung für typische Fahrradkonstruktionen und keine Herstellervorgabe.
Fahrradbauteil / Bereich | Häufig anzutreffende Innensechskant-Größen* | Typische Arbeiten |
Vorbau | ca. 4–6 mm | Lenkerklemmung, Gabelschaftklemmung |
Lenker / Cockpit | ca. 3–5 mm | Klemmungen und Zubehör |
Sattelstützenklemmung | ca. 4–6 mm | Sattelhöhe einstellen |
Sattelklemmung / Sattelstützenkopf | ca. 4–6 mm | Sattelposition und Neigung |
Bremshebel | ca. 3–5 mm | Hebelposition / Klemmung |
Schalthebel | ca. 3–5 mm | Position und Klemmung |
Bremssattel | häufig ca. 4–5 mm | Befestigung und Einstellung |
Flaschenhalter | häufig ca. 4–5 mm | Montage / Demontage |
Zubehörhalterungen | ca. 2,5–5 mm | Licht, Computer, Halterungen |
Schaltwerk / Umwerfer | ca. 2–6 mm | je nach Schraube und Komponente |
Schaltauge | ca. 2–6 mm | abhängig von Rahmen und Konstruktion |
Pedale | bei Innensechskantaufnahme häufig größere Größen | Montage / Demontage |
Kurbel / Kurbelsystem | häufig größere Größen, systemabhängig | Montage / Demontage |
Steckachsen | bei Innensechskantaufnahme häufig größere Größen | Laufrad aus-/einbauen |
Schutzbleche / Gepäckträger | ca. 3–5 mm | Montage |
Fahrradständer | ca. 4–8 mm | Montage |
Kettenführung / Zubehör | ca. 2,5–5 mm | Einstellung und Montage |
* Wichtig: Das sind typische Orientierungsbereiche und keine verbindlichen Größenangaben. Dein Fahrrad kann davon abweichen. Manche der genannten Bauteile verwenden außerdem Torx, Außensechskant oder andere Werkzeugaufnahmen.
Gerade an sicherheitsrelevanten Bauteilen solltest du deshalb Werkzeuggröße und Anzugsmoment anhand der konkreten Komponente prüfen.
1,5 mm: klein und selten, aber nicht überflüssig
Der 1,5-mm-Innensechskantschlüssel gehört nicht zu den Werkzeugen, die ich ständig aus dem Halter ziehe.
Bei einem vollständigen Satz möchte ich ihn trotzdem haben.
Solche kleinen Größen können beispielsweise bei sehr kleinen Einstellschrauben oder speziellen Zubehörteilen vorkommen.
Und gerade bei 1,5 mm ist Vorsicht angesagt.
Die Werkzeugaufnahme ist winzig. Entsprechend wenig Material steht zur Kraftübertragung zur Verfügung.
Wenn der Schlüssel nicht sauber sitzt, würde ich deshalb niemals versuchen, das mit zusätzlicher Kraft auszugleichen.
Schlüssel herausnehmen, Schraubenkopf reinigen und Größe kontrollieren.
2 mm: wichtig für kleine Einstellarbeiten
Mit 2 mm kommen wir in einen Bereich, der in einer gut ausgestatteten Fahrradwerkstatt durchaus relevant ist.
Du kannst diese Größe bei kleinen Einstell- und Befestigungsschrauben finden.
Das können beispielsweise Komponenten am Cockpit, bestimmte Schaltungsbauteile oder Zubehörteile sein.
Entscheidend ist auch hier weniger die Hebellänge als die Passgenauigkeit.
Bei einem kleinen Schraubenkopf möchte ich möglichst wenig Spiel zwischen Werkzeug und Innensechskant.
2,5 mm: unbedingt im Satz behalten
2,5 mm ist eine dieser Größen, die du vielleicht wochenlang nicht brauchst.
Und dann brauchst du genau sie.
Das Problem:
Du kannst sie nicht sinnvoll ersetzen.
2 mm ist zu klein.
3 mm ist zu groß.
Deshalb gehört 2,5 mm in jeden vollständigen Satz.
Typische Anwendungen können kleinere Einstellschrauben, Zubehörhalterungen oder spezielle Komponenten sein.
3 mm: klein, aber keineswegs exotisch
3 mm taucht bei kleineren Fahrradbauteilen und Zubehör relativ regelmäßig auf.
Mögliche Einsatzbereiche sind beispielsweise bestimmte Hebelklemmen, Zubehörhalterungen, Schutzblech- oder Gepäckträgerkomponenten.
Auch hier gilt:
Nicht das Bauteil bestimmt automatisch die Schlüsselgröße.
Der Hersteller bestimmt, welche Schraube verbaut wird.
4 mm: einer der wichtigsten Innensechskantschlüssel
Wenn ich meine drei wichtigsten Werkstattschlüssel auswählen müsste, wäre 4 mm definitiv dabei.
Diese Größe begegnet dir bei vielen Fahrrädern regelmäßig.
Typische Bereiche können sein:
Vorbau und Cockpit
Brems- und Schalthebel
Flaschenhalter
Bremssystem
Sattelbereich
Gepäckträger und Zubehör
Gerade deshalb lohnt es sich, beim 4-mm-Schlüssel auf gute Qualität zu achten.
Wenn du irgendwann zusätzlich zu deinem L-Schlüsselsatz einzelne T- oder P-Griffe kaufst, wäre 4 mm einer meiner ersten Kandidaten.
5 mm: der Dauerläufer in der Fahrradwerkstatt
5 mm gehört für mich zusammen mit 4 mm zu den wichtigsten Innensechskantgrößen am Fahrrad.
Du kannst ihn an sehr unterschiedlichen Bauteilen antreffen:
Vorbau
Sattelstützenklemmung
Sattelklemmung
Bremskomponenten
Schaltung
Flaschenhalter
Gepäckträger
Anbauteile
Natürlich wieder abhängig vom jeweiligen Hersteller.
Wenn ich einen einzelnen Innensechskantschlüssel besonders hochwertig kaufen wollte, wäre der 5-mm-Schlüssel ganz weit oben auf meiner Liste.
6 mm: wenn die Verbindung größer wird
Auch 6 mm gehört für mich zur Grundausstattung.
Du findest diese Größe eher bei etwas größer dimensionierten Verbindungen.
Mögliche Bereiche sind beispielsweise bestimmte:
Vorbau- oder Klemmkonstruktionen
Sattelkomponenten
Schaltungsbefestigungen
Ständer
Kurbel- und Antriebskomponenten
Welche davon tatsächlich 6 mm verwenden, hängt wiederum vom konkreten Produkt ab.
Und gerade bei 6 mm kommt ein weiterer Punkt hinzu:
Der größere Schlüssel verleitet dazu, kräftiger zu ziehen.
Das ist keine gute Idee.
Die Innensechskantgröße sagt dir nichts über das zulässige Anzugsmoment.
8 mm: seltener, aber am Fahrrad durchaus relevant
8 mm brauchst du nicht bei jeder Wartung.
Wenn du aber an größeren Verbindungen arbeitest, kann diese Größe wichtig werden.
Typische Kandidaten können je nach System sein:
Pedale mit rückseitiger Innensechskantaufnahme
Kurbelkomponenten
Steckachsen
größere Befestigungsschrauben
Auch hier gibt es zahlreiche andere Systeme und Werkzeugaufnahmen.
Ein Pedal kann beispielsweise eine andere Schlüsselgröße oder einen Pedalschlüssel benötigen.
Deshalb gilt besonders bei größeren Komponenten:
Herstellerangaben prüfen.
10 mm: Spezialist für größere Verbindungen
10 mm ist wahrscheinlich kein Schlüssel, den du täglich verwendest.
In einem vollständigen Werkstattsatz möchte ich ihn trotzdem haben.
Er kann bei bestimmten größeren Fahrradkomponenten und Antriebssystemen benötigt werden.
Auch einzelne Pedale oder andere spezielle Verbindungen können entsprechende Innensechskantaufnahmen besitzen.
Für unterwegs würde ich deshalb nicht automatisch einen schweren langen 10-mm-Schlüssel mitnehmen.
In der Werkstatt darf er aber ruhig im Halter stecken.
Welche Größen brauche ich am Vorbau?
Bei modernen Vorbauten findest du häufig Innensechskantschrauben im mittleren Größenbereich.
Als grobe Orientierung begegnen dir beispielsweise 4 bis 6 mm.
Aber bitte mach daraus keine feste Regel.
Du hast am Vorbau mindestens zwei unterschiedliche Aufgabenbereiche:
Lenkerklemmung
und
Gabelschaftklemmung.
Schon diese Schrauben müssen nicht zwangsläufig dieselbe Werkzeuggröße verwenden.
Zusätzlich ist der Vorbau ein sicherheitsrelevantes Bauteil.
Hier interessiert mich deshalb nicht nur die Schlüsselgröße, sondern vor allem das vorgeschriebene Anzugsmoment.
Gerade bei Carbonlenkern würde ich nicht nach Gefühl arbeiten.
Welche Größe brauche ich an der Sattelstütze?
Hier musst du zwischen zwei Dingen unterscheiden.
Sattelstützenklemmung am Rahmen
Hier können beispielsweise Größen im Bereich von ungefähr 4 bis 6 mm vorkommen.
Sattelklemmung am Kopf der Sattelstütze
Auch dort findest du je nach Konstruktion unterschiedliche Innensechskantschrauben.
Ein- und Zweischraubenklemmungen unterscheiden sich zusätzlich.
Deshalb gibt es keine universelle „Sattelstützen-Größe“.
Wenn du häufig deine Sattelhöhe verstellst, lohnt sich aber ein hochwertiger Schlüssel in genau der Größe, die deine Klemmung verwendet.
Welche Innensechskant-Größe brauche ich für den Flaschenhalter?
Hier begegnen dir häufig 4 oder 5 mm, abhängig von der verwendeten Schraube.
Flaschenhalterschrauben sind ein gutes Beispiel dafür, warum ein vollständiger Werkzeugsatz sinnvoll ist.
Die Arbeit ist einfach.
Die Schraube gut zugänglich.
Trotzdem solltest du den Schlüssel vollständig einsetzen und nicht übermäßig festziehen.
Besonders bei Gewindeeinsätzen im Rahmen möchte ich keine unnötigen Kräfte erzeugen.
Welche Größe brauche ich an Bremse und Bremshebel?
Bei Bremskomponenten kann dir eine ganze Reihe unterschiedlicher Werkzeugprofile begegnen.
Innensechskantgrößen ungefähr im Bereich von 3 bis 5 mm sind bei verschiedenen Klemm- und Befestigungsschrauben möglich.
Aber:
Gerade beim Bremssystem spielt Torx ebenfalls eine wichtige Rolle.
Ein prominentes Beispiel sind bestimmte Bremsscheibenbefestigungen.
Deshalb gehört für mich neben dem Innensechskantsatz auch ein guter Torx-Satz in die Fahrradwerkstatt.
Weiterlesen: Torx-Schlüssel fürs Fahrrad – Größen, Einsatzbereiche und kompletter Ratgeber →
Welche Größe brauche ich am Schaltwerk?
Beim Schaltwerk wird es besonders schwierig, eine einzelne Zahl zu nennen.
Dort gibt es verschiedene Schrauben für unterschiedliche Aufgaben:
Befestigung, Einstellung und je nach System weitere Funktionen.
Entsprechend können auch unterschiedliche Werkzeuggrößen beziehungsweise Werkzeugprofile vorkommen.
Grob bewegen sich mögliche Innensechskantgrößen je nach Komponente beispielsweise zwischen 2 und 6 mm.
Die konkrete technische Dokumentation des Schaltwerks ist hier die bessere Informationsquelle als eine pauschale Tabelle.
Welche Innensechskant-Größe brauche ich am Schaltauge?
Das Schaltauge verdient einen eigenen Hinweis, weil hier gerne pauschale Größen genannt werden.
Je nach Rahmen und Schaltaugenkonstruktion können unterschiedliche Befestigungssysteme verwendet werden.
Innensechskantaufnahmen im kleineren bis mittleren Bereich sind möglich, aber keineswegs universell.
Deshalb würde ich für das Schaltauge bewusst keine einzelne Standardgröße festlegen.
Wenn du das Schaltauge demontieren möchtest, schaust du dir zuerst die konkrete Konstruktion an.
Welche Größe brauche ich für Pedale?
Hier wird es interessant.
Pedale können auf unterschiedliche Weise montiert werden.
Klassisch kannst du bei bestimmten Pedalen einen Pedalschlüssel an den Schlüsselflächen verwenden.
Viele Pedale besitzen zusätzlich oder stattdessen eine Innensechskantaufnahme an der Rückseite der Achse.
Hier können größere Innensechskantgrößen vorkommen, beispielsweise 6 oder 8 mm, bei einzelnen Konstruktionen auch andere Größen.
Deshalb:
Nicht einfach den 8er nehmen, weil irgendwo steht, dass Pedale 8 mm brauchen.
Dein konkretes Pedal entscheidet.
Welche Größe brauche ich für Steckachsen?
Auch Steckachsen gibt es in unterschiedlichen Ausführungen.
Manche besitzen einen Hebel.
Andere werden über eine Innensechskantaufnahme bedient.
Bei solchen Systemen kommen eher größere Werkzeuggrößen infrage, beispielsweise 5, 6 oder 8 mm, abhängig von der jeweiligen Achse.
Wenn du dein Laufrad unterwegs ausbauen können musst, solltest du unbedingt prüfen, ob dein Multitool genau diese Größe besitzt.
Das wird erstaunlich gerne vergessen.
Welche Größe brauche ich an der Kurbel?
Kurbeln sind ein perfektes Beispiel dafür, warum allgemeine Größenlisten Grenzen haben.
Je nach Kurbelsystem können völlig unterschiedliche Befestigungs- und Vorspannkonzepte verwendet werden.
Du kannst größere Innensechskantaufnahmen antreffen, aber ebenso Systeme, für die zusätzlich Spezialwerkzeug erforderlich ist.
Deshalb würde ich an der Kurbel nie einfach nach einer allgemeinen Tabelle arbeiten.
Hier prüfst du die Anleitung des Kurbelherstellers.
Welche Größen brauche ich bei Gepäckträger, Schutzblech und Zubehör?
Hier bewegen wir uns häufig wieder im kleineren bis mittleren Bereich.
Bei verschiedenen Befestigungen können beispielsweise 3, 4 oder 5 mm vorkommen.
Das gilt unter anderem für:
Gepäckträger,
Schutzbleche,
Flaschenhalter,
Lampenhalter,
Fahrradcomputer-Halterungen
und weiteres Zubehör.
Gerade bei Zubehör ist die Vielfalt allerdings riesig.
Bei günstigen Nachrüstteilen können außerdem Außensechskant, Kreuzschlitz, Torx oder andere Systeme auftauchen.
Welche Größen brauche ich beim Rennrad?
Ein Rennrad braucht grundsätzlich keinen eigenen Innensechskantsatz.
Die Werkzeuggrößen hängen von den verbauten Komponenten ab.
Was sich aber verändert, ist häufig die Art des Arbeitens.
An leichten Cockpit- und Carbonkomponenten spielen korrektes Drehmoment und sauberer Werkzeugsitz eine besonders wichtige Rolle.
Deshalb würde ich hier lieber mit einem hochwertigen, exakt passenden Schlüssel und einem geeigneten Drehmomentschlüssel arbeiten als mit maximaler Hebelkraft.
Welche Größen brauche ich beim Mountainbike?
Auch beim Mountainbike sind 4, 5 und 6 mm wichtige Werkstattgrößen.
Dazu kommen abhängig von Komponenten kleinere und größere Innensechskante.
Bei vollgefederten Bikes kann außerdem die Zugänglichkeit anspruchsvoller werden.
Dämpfer, Rahmenrohre und Hinterbau können den geraden Zugang zur Schraube behindern.
Deshalb finde ich bei Mountainbikes lange Schlüssel mit Kugelkopf besonders angenehm.
Welche Größen brauche ich beim E-Bike?
Das E-Bike ändert nicht grundsätzlich das Innensechskantprofil.
Normale mechanische Fahrradkomponenten werden weiterhin mit den dafür vorgesehenen Werkzeugen bearbeitet.
Motor, Akku und spezielle Rahmenkonstruktionen können aber zusätzliche beziehungsweise andere Schraubverbindungen mitbringen.
Bei Arbeiten rund um das Antriebssystem solltest du deshalb besonders konsequent die Herstellervorgaben beachten.
Nicht jede Motor- oder Elektronikarbeit ist für die private Werkstatt vorgesehen.
Reichen 4, 5 und 6 mm?
Für viele normale Arbeiten erstaunlich oft.
Als komplette Werkstattausstattung würde ich trotzdem klar sagen:
Nein.
Warum solltest du ausgerechnet bei einem Werkzeug sparen, das relativ kompakt und langlebig ist?
Ein vollständiger Satz mit:
1,5 / 2 / 2,5 / 3 / 4 / 5 / 6 / 8 / 10 mm
nimmt kaum Platz weg.
Und wenn du irgendwann genau 2,5 mm brauchst, bist du froh, dass er im Halter steckt.
Welche Größen brauche ich unterwegs?
Unterwegs sieht die Sache anders aus.
Da zählt jedes Gramm und vor allem jedes unnötige Werkzeug.
Deshalb würde ich vor einer längeren Tour einmal dein konkretes Fahrrad durchgehen.
Prüfe:
Welche Größe brauche ich für die Steckachse?
Welche für wichtige Cockpitschrauben?
Welche für die Sattelstütze?
Welche für Schaltung und Bremsen?
Welche Torx-Größen sind verbaut?
Danach prüfst du dein Multitool.
So stellst du dir ein Werkzeugset für dein Fahrrad zusammen und nicht für irgendein theoretisches Durchschnittsrad.
L-Schlüssel, T-Griff oder P-Griff?
Für die Größenfrage spielt auch die Werkzeugform eine Rolle.
Kompletter L-Schlüsselsatz
Hier würde ich 1,5 bis 10 mm nehmen.
Das ist deine universelle Basis.
T- oder P-Griffe
Hier würde ich zunächst nur die Größen ergänzen, die du besonders häufig benutzt.
Für viele Schrauber:
4 mm
5 mm
6 mm
Die Griffschlüssel hängen dann direkt neben dem Montageständer.
Innensechskant-Bits
Wenn du mit einem Drehmomentschlüssel arbeitest, brauchst du zusätzlich passende Bits.
Auch hier sind 4, 5 und 6 mm besonders interessant, aber die konkrete Auswahl richtet sich nach deinen Komponenten.
Kugelkopf oder gerades Werkzeugende?
Bei einem universellen L-Schlüsselsatz mag ich die Kombination aus beiden.
Langer Schenkel mit Kugelkopf: für schwierige Zugänge und schnelles Drehen.
Gerades Ende: für möglichst direkten Werkzeugkontakt und höhere Kräfte.
Der Kugelkopf ersetzt das gerade Ende nicht.
Gerade beim Lösen festsitzender Schrauben würde ich möglichst gerade arbeiten.
Weiterlesen: –> Kugelkopf oder gerader Innensechskantschlüssel?
Warum die exakte Größe so entscheidend ist
Innensechskant lebt von der Passung.
Der Schlüssel sollte möglichst satt und vollständig in der Werkzeugaufnahme sitzen.
Ein zu kleiner Schlüssel ist keine Alternative.
Wenn ein Werkzeug auffällig viel Spiel hat, solltest du nicht denken:
„Wird schon gehen.“
Genau so entstehen beschädigte Schraubenköpfe.
Prüfe stattdessen:
Ist der Schraubenkopf verschmutzt?
Ist das Werkzeug vollständig eingesteckt?
Habe ich wirklich die richtige metrische Größe?
Ist Werkzeug oder Schraube bereits verschlissen?
Diese paar Sekunden können dir später eine Menge Ärger ersparen.
Metrisch oder Zoll?
Für moderne Fahrräder mit metrischen Komponenten brauchst du normalerweise metrische Innensechskantschlüssel.
Zollgrößen solltest du niemals als improvisierten Ersatz verwenden, nur weil ein Schlüssel scheinbar hineinpasst.
Ein fast passendes Werkzeug ist genau das, was ich an einer guten Schraube nicht verwenden möchte.
Innensechskant und Torx nicht verwechseln
Innensechskant besitzt ein sechseckiges Innenprofil.
Torx besitzt das typische sternförmige Profil.
Beide Systeme benötigen das jeweils passende Werkzeug.
Gerade weil Torx am modernen Fahrrad ebenfalls wichtig ist, würde ich beide Werkzeugarten in einer vollständigen Werkstatt vorhalten.
Welche Größen sollte dein Innensechskant-Set enthalten?
Meine Checkliste ist simpel:
Größe | Im kompletten Werkstattsatz? |
1,5 mm | Ja |
2 mm | Ja |
2,5 mm | Ja |
3 mm | Ja |
4 mm | Ja, sehr wichtig |
5 mm | Ja, sehr wichtig |
6 mm | Ja, wichtig |
8 mm | Ja |
10 mm | Ja |
Damit hast du eine sehr gute Ausgangsbasis.
Die richtige Kaufentscheidung hängt anschließend von der Werkzeugqualität ab.
Passgenauigkeit, Material, Werkzeuglänge, Kugelkopf, Ergonomie und Halter spielen dabei eine Rolle.
Genau diese Punkte haben wir in der großen Kaufberatung ausführlich verglichen.
Weiterlesen: —> Innensechskantschlüssel fürs Fahrrad im Vergleich – 16 Sets und ausführliche Kaufberatung
Meine Empfehlung für Einsteiger
Wenn du deine Fahrradwerkstatt gerade aufbaust:
Kauf zuerst einen vollständigen hochwertigen L-Schlüsselsatz.
Nicht fünf einzelne Schlüssel.
Nicht sofort einen riesigen T-Griff-Satz.
Mit dem L-Satz lernst du, welche Größen du an deinen eigenen Fahrrädern wirklich verwendest.
Danach kannst du gezielt aufrüsten.
Wenn du merkst, dass 4 und 5 mm ständig in deiner Hand liegen, kaufst du genau diese Größen zusätzlich als komfortable Griffschlüssel.
Das ist sinnvoller als Werkzeug zu kaufen, das später nur an der Wand hängt.
Meine Empfehlung für ambitionierte Hobbyschrauber
Wenn du mehrere Fahrräder wartest und regelmäßig am Montageständer arbeitest, würde ich meine Innensechskant-Ausstattung dreistufig aufbauen:
- Universell:
L-Schlüsselsatz von 1,5 bis 10 mm. - Komfort:
T-/P-Griffe in 4, 5 und 6 mm, bei Bedarf weitere Größen. - Drehmoment:
hochwertige Innensechskant-Bits passend zu deinen Komponenten und deinem Drehmomentschlüssel.
Damit bist du für sehr viele normale Arbeiten hervorragend aufgestellt.
FAQ – Häufige Fragen zu Innensechskant-Größen am Fahrrad
4 und 5 mm gehören zu den besonders häufig verwendeten Größen. 6 mm ist ebenfalls wichtig. Welche Größe an deinem Fahrrad am häufigsten vorkommt, hängt jedoch von den verbauten Komponenten ab.
Bei verschiedenen Vorbauten können beispielsweise Größen ungefähr zwischen 4 und 6 mm vorkommen. Eine universelle Größe gibt es nicht. Prüfe die konkrete Schraube und die Drehmomentangaben des Herstellers.
Bei vielen Konstruktionen sind 4 oder 5 mm anzutreffen. Auch hier kann der Hersteller eine andere Schraube verwenden.
Pedale mit Innensechskantaufnahme verwenden häufig größere Größen. 6 oder 8 mm können vorkommen, sind aber nicht universell. Manche Pedale benötigen stattdessen oder zusätzlich einen Pedalschlüssel.
Das hängt vollständig von der Steckachse ab. Bei Innensechskantaufnahmen können beispielsweise 5, 6 oder 8 mm vorkommen. Prüfe deine Achse unbedingt vor einer Tour.
Nicht häufig. Für einen vollständigen stationären Werkstattsatz würde ich die Größe trotzdem mitnehmen.
Nicht für jede Wartung. Bestimmte größere Verbindungen können 10 mm benötigen. Deshalb gehört die Größe für mich in einen vollständigen Werkstattsatz.
Im allgemeinen Sprachgebrauch werden beide Begriffe oft synonym verwendet. Innensechskant ist die neutrale technische Bezeichnung des Profils. INBUS ist ein Markenname.
Fazit: Welche Innensechskant-Größen gehören wirklich in deine Fahrradwerkstatt?
Wenn du nur die wichtigsten Größen wissen möchtest, merk dir:
4 mm und 5 mm sind für viele Fahrräder besonders relevant.
6 mm gehört ebenfalls zur wichtigen Grundausstattung.
Aber meine eigentliche Empfehlung lautet trotzdem:
Kauf einen vollständigen metrischen Satz von 1,5 bis 10 mm.
Damit musst du nicht bei jeder ungewöhnlicheren Schraube improvisieren.
Für deine stationäre Fahrradwerkstatt würde ich deshalb diese Abstufung wählen:
1,5 / 2 / 2,5 / 3 / 4 / 5 / 6 / 8 / 10 mm.
Wenn du später mehr Komfort möchtest, ergänzt du 4, 5 und 6 mm als T- oder P-Griff.
Und wenn du an drehmomentkritischen Komponenten arbeitest, kommen passende Innensechskant-Bits und ein geeigneter Drehmomentschlüssel dazu.
Vor allem solltest du dir aber eine Regel merken:
Die Tabelle in einem Ratgeber ist eine Orientierung. Die tatsächlich verbaute Schraube und die Vorgaben des Komponentenherstellers entscheiden.
Genau damit vermeidest du einen der häufigsten Fehler beim Fahrradschrauben: mit einem Werkzeug zu arbeiten, das nur ungefähr passt.







