Einleitung
Inbus, Innensechskant, Sechskantschlüssel, Innensechskantschlüssel, Winkelschlüssel oder einfach Sechskant: Wer nach dem passenden Werkzeug fürs Fahrrad sucht, begegnet erstaunlich vielen Begriffen. Im Alltag werden sie häufig so verwendet, als würden sie alle genau dasselbe bedeuten.
Ganz korrekt ist das allerdings nicht.
Vor allem Inbus und Innensechskant werden häufig gleichgesetzt, obwohl zwischen den Begriffen ein wichtiger Unterschied besteht. Innensechskant bezeichnet eine technische Form beziehungsweise ein Schraubenprofil. INBUS ist dagegen ein Markenname, der im deutschen Sprachgebrauch so bekannt geworden ist, dass viele Menschen ihn als allgemeinen Begriff für Innensechskantschlüssel verwenden.
Und dann gibt es noch den Sechskantschlüssel. Auch dieser Begriff kann missverständlich sein, denn schließlich gibt es sowohl Innen- als auch Außensechskant.
Gerade beim Fahrrad begegnet dir der Innensechskant ständig. Vorbau, Sattelstütze, Flaschenhalter, Bremskomponenten, Schaltung oder Zubehör: An vielen Stellen werden entsprechende Schraubverbindungen eingesetzt.
Zeit also, Ordnung in die Begriffe zu bringen.
In diesem Ratgeber erfährst du, was Inbus, Innensechskant und Sechskantschlüssel bedeuten, welche Begriffe technisch korrekt sind und welches Werkzeug gemeint ist, wenn beim Fahrrad von einem „Inbusschlüssel“ gesprochen wird.
Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Unterschiede lassen sich schnell zusammenfassen:
Innensechskant bezeichnet ein sechseckiges Innenprofil einer Schraube beziehungsweise das dazu passende Werkzeugprofil.
Innensechskantschlüssel ist die allgemeine Bezeichnung für ein Werkzeug, mit dem entsprechende Innensechskantschrauben betätigt werden.
INBUS ist ein Markenname und keine allgemeine technische Bezeichnung für sämtliche Innensechskantschlüssel.
Sechskantschlüssel ist als Begriff weniger eindeutig, weil ein Sechskant innen oder außen ausgeführt sein kann.
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird „Inbus“ trotzdem sehr häufig als Synonym für Innensechskant verwendet. Wenn du technisch eindeutig formulieren möchtest, ist Innensechskant beziehungsweise Innensechskantschlüssel die bessere Bezeichnung.
Inbus, Innensechskant oder Sechskantschlüssel: der Unterschied auf einen Blick
Bevor wir tiefer einsteigen, hilft eine einfache Übersicht:| Begriff | Bedeutung | Technisch eindeutig? |
| INBUS | Markenname | Ja, wenn tatsächlich die Marke gemeint ist |
| Inbusschlüssel | umgangssprachlich häufig für Innensechskantschlüssel verwendet | nur bedingt |
| Innensechskant | sechseckiges Innenprofil | Ja |
| Innensechskantschlüssel | Werkzeug für Innensechskantschrauben | Ja |
| Innensechskantschraube | Schraube mit sechseckiger Innenaufnahme | Ja |
| Sechskantschlüssel | allgemeiner Begriff rund um Sechskantprofile | weniger eindeutig |
| Winkelschlüssel | beschreibt vor allem die L-förmige Werkzeugform | nicht ausschließlich Innensechskant |
| Stiftschlüssel | beschreibt stiftförmiges Werkzeugprofil | nicht ausschließlich Innensechskant |
Was bedeutet Innensechskant?
Der Begriff lässt sich praktisch selbst erklären:
Innen + Sechskant.
Die Aufnahme befindet sich im Inneren des Schraubenkopfes und besitzt sechs Seiten.
Die passende Werkzeugspitze hat ebenfalls ein sechseckiges Profil und wird in diese Aufnahme gesteckt.
Das unterscheidet den Innensechskant beispielsweise von einem klassischen Außensechskant. Dort befindet sich das Sechskantprofil außen am Schraubenkopf oder an einer Mutter. Zum Drehen wird das Werkzeug von außen angesetzt.
Beim Innensechskant greift das Werkzeug dagegen in den Schraubenkopf hinein.
Gerade bei Fahrrädern ist diese Konstruktion weit verbreitet. Innensechskantschrauben können relativ kompakt ausgeführt werden und lassen sich mit einfachen Werkzeugen erreichen.
Was ist ein Innensechskantschlüssel?
Der Innensechskantschlüssel ist das passende Werkzeug für eine Innensechskantschraube.
Die einfachste und wahrscheinlich bekannteste Ausführung ist der L-förmige Winkelschlüssel.
Er besteht aus einem sechseckigen Metallstab, der ungefähr im rechten Winkel gebogen ist. Dadurch entstehen eine kurze und eine lange Werkzeugseite.
Das ist praktisch, weil du den Schlüssel unterschiedlich einsetzen kannst.
Mit der langen Seite erreichst du tiefer oder ungünstiger sitzende Schrauben. Verwendest du die kurze Seite im Schraubenkopf, steht dir die lange Seite als Hebel zur Verfügung.
Innensechskantwerkzeuge gibt es allerdings längst nicht nur als klassische L-Schlüssel.
Typische Bauformen sind unter anderem:
- L-förmige Winkelschlüssel
- T-Griff-Innensechskantschlüssel
- Schraubendrehergriffe mit Innensechskantspitze
- Bits mit Innensechskantprofil
- Steckschlüsseleinsätze
- Innensechskantschlüssel mit Kugelkopf
- kompakte Fahrrad-Multitools
Das eigentliche Werkzeugprofil bleibt dabei das gleiche. Lediglich Griff, Länge und Bauform unterscheiden sich.
Ist Inbus das Gleiche wie Innensechskant?
Im alltäglichen Sprachgebrauch: häufig ja.
Begrifflich beziehungsweise markenrechtlich: nein.
Genau hier entsteht die meiste Verwirrung.
Wenn jemand sagt:
„Gib mir mal den 5er Inbus.“
wissen erfahrene Fahrradschrauber normalerweise sofort, welches Werkzeug gemeint ist: ein Innensechskantschlüssel mit 5-mm-Schlüsselweite.
Trotzdem ist INBUS ein Markenname.
Der Name ist historisch mit der Entwicklung und Vermarktung entsprechender Schrauben und Werkzeuge verbunden und hat sich im deutschsprachigen Raum stark verbreitet.
Dadurch entstand ein ähnlicher sprachlicher Effekt, wie man ihn auch aus anderen Produktbereichen kennt: Ein bekannter Markenname wird im Alltag als Bezeichnung für eine ganze Produktgattung benutzt.
Wenn du also von einem beliebigen Werkzeug unterschiedlicher Hersteller sprichst, ist Innensechskantschlüssel die neutralere und technisch passendere Bezeichnung.
Woher kommt der Begriff Inbus?
Der Begriff INBUS hat einen historischen Hintergrund und ist nicht einfach eine Abkürzung für „Innensechskantschlüssel“.
Der Name geht auf die Bezeichnung „Innensechskantschraube Bauer und Schaurte“ zurück.
Die Verbindung aus dem technischen Begriff Innensechskant und den beteiligten Namen entwickelte sich zur Bezeichnung INBUS.
Der Begriff wurde so bekannt, dass er sich im allgemeinen Sprachgebrauch weit über die eigentliche Marke hinaus verbreitete.
Genau deshalb suchen Menschen heute nach Begriffen wie:
„Inbusschlüssel Fahrrad“
oder
„Welche Inbusgröße brauche ich?“
obwohl sie häufig keinen Schlüssel der Marke INBUS suchen, sondern schlicht einen passenden Innensechskantschlüssel.
Für die Suchmaschinenoptimierung ist dieser Unterschied interessant: Menschen suchen umgangssprachlich, während ein fachlich sauberer Artikel trotzdem die korrekten Begriffe erklären sollte.
Darf man Innensechskantschlüssel als Inbus bezeichnen?
Im normalen Gespräch wird das ständig gemacht und jeder weiß ungefähr, was gemeint ist.
Bei Produktbeschreibungen, Vergleichstabellen, Überschriften oder kommerziellen Inhalten solltest du dagegen sauberer unterscheiden.
Wenn tatsächlich ein Produkt der Marke INBUS gemeint ist, kannst du den Markennamen selbstverständlich entsprechend verwenden.
Beschreibst du dagegen allgemein Werkzeuge verschiedener Hersteller, ist die Bezeichnung Innensechskantschlüssel sinnvoller.
Für einen Fachartikel rund um Fahrradwerkzeug hat das noch einen zweiten Vorteil: Der Leser lernt die richtige Bezeichnung kennen, während du trotzdem erklären kannst, warum häufig nach „Inbus“ oder „Inbusschlüssel“ gesucht wird.
Was bedeutet Sechskantschlüssel?
Der Begriff Sechskantschlüssel ist deutlich allgemeiner.
Ein Sechskant besitzt sechs Seiten. Entscheidend ist aber, wo sich dieses Profil befindet.
Bei einem Innensechskant befindet sich die sechseckige Aufnahme innerhalb des Schraubenkopfes.
Bei einem Außensechskant befindet sich das entsprechende Profil außen.
Eine klassische Sechskantschraube mit außenliegendem Schraubenkopf wird beispielsweise mit einem Maulschlüssel, Ringschlüssel oder einer passenden Stecknuss gedreht.
Deshalb ist die Aussage „Ich brauche einen Sechskantschlüssel“ technisch weniger eindeutig als „Ich brauche einen Innensechskantschlüssel“.
Im Zusammenhang mit Fahrradwerkzeug ist die genauere Bezeichnung deshalb meistens sinnvoll.
Innensechskant und Außensechskant: nicht verwechseln
Der Unterschied ist einfach zu erkennen.
Innensechskant
Das sechseckige Profil befindet sich im Schraubenkopf.
Das Werkzeug wird hineingesteckt.
Typisches Werkzeug:
Innensechskantschlüssel
Außensechskant
Das sechseckige Profil befindet sich außen am Schraubenkopf oder an der Mutter.
Das Werkzeug greift außen herum.
Typische Werkzeuge sind:
Maulschlüssel, Ringschlüssel oder Steckschlüssel.
Beide Schraubenarten besitzen also ein Sechskantprofil, verlangen aber völlig unterschiedliche Werkzeuge.
Warum ist Innensechskant am Fahrrad so verbreitet?
Schau dir ein modernes Fahrrad etwas genauer an und du wirst an vielen Stellen Innensechskantschrauben entdecken.
Je nach Fahrrad und verbauten Komponenten findest du sie beispielsweise an:
- Vorbau und Lenkerklemmung
- Sattelstütze und Sattel
- Flaschenhaltern
- Bremskomponenten
- Schaltkomponenten
- Zubehörhalterungen
- Schutzblechen
- Gepäckträgern
- einzelnen Kurbel- und Antriebskomponenten
Natürlich besitzt nicht jedes Fahrrad an diesen Stellen automatisch einen Innensechskant. Hersteller verwenden je nach Konstruktion auch andere Schraubenprofile.
Trotzdem gehört der Innensechskantschlüssel zu den wichtigsten Werkzeugen einer Fahrradwerkstatt.
Für viele kleinere Einstell- und Montagearbeiten reicht bereits eine überschaubare Auswahl der am Fahrrad häufig verwendeten Schlüsselweiten.
Welche Größen du tatsächlich benötigst, ist allerdings ein eigenes Thema und sollte nicht mit der Begriffsfrage vermischt werden.
Ist ein Innensechskantschlüssel immer L-förmig?
Nein.
Die L-Form ist lediglich eine besonders bekannte Bauform.
Ein Innensechskant beschreibt zunächst das Werkzeugprofil, nicht die Form des kompletten Werkzeugs.
Ein Innensechskantschlüssel kann deshalb ganz unterschiedlich aussehen.
Ein klassischer Winkelschlüssel ist kompakt, günstig und vielseitig.
Ein T-Griff bietet eine andere Handhabung und kann besonders bei häufigen Werkstattarbeiten angenehm sein.
Ein Bit lässt sich in einen geeigneten Bithalter oder ein anderes Werkzeug einsetzen.
Steckschlüsseleinsätze mit Innensechskantprofil können beispielsweise zusammen mit Ratschen oder geeigneten Drehmomentwerkzeugen verwendet werden.
Am Fahrrad-Multitool findest du wiederum mehrere Innensechskantgrößen in einem kompakten Werkzeug.
Alle können dasselbe grundlegende Schraubenprofil bedienen.
Und was ist ein Kugelkopf-Innensechskantschlüssel?
Bei einem Kugelkopf wird die Spitze des Innensechskantschlüssels speziell geformt.
Dadurch kann der Schlüssel innerhalb bestimmter Grenzen schräg in eine Innensechskantschraube eingesetzt werden.
Das ist besonders praktisch, wenn Rahmen, Gepäckträger, Schutzbleche oder andere Bauteile einen geraden Zugang zur Schraube erschweren.
Der Kugelkopf verändert aber nicht die grundlegende Werkzeugart.
Es bleibt ein Innensechskantschlüssel.
Der Unterschied zwischen gerader Spitze und Kugelkopf betrifft vielmehr die Art, wie das Werkzeug in die Schraube eingreifen kann.
Siehe weitere Info –> Kugelkopf oder gerader Innensechskantschlüssel?
Welche Bezeichnung solltest du beim Fahrrad verwenden?
Wenn du fachlich sauber formulieren möchtest, ist die Antwort ziemlich einfach:
Innensechskantschlüssel.
Das ist die neutrale Bezeichnung für das Werkzeug.
Für die Schraube kannst du entsprechend von einer Innensechskantschraube sprechen.
„Inbus“ beziehungsweise „Inbusschlüssel“ kannst du als geläufige Such- und Alltagssprache erwähnen. Gerade bei einer Website ist das sinnvoll, weil viele Fahrradfahrer genau diese Begriffe kennen und verwenden.
Wichtig ist nur, nicht den Eindruck zu erwecken, jeder Innensechskantschlüssel sei automatisch ein Produkt der Marke INBUS.
Die Begriffe richtig verwenden
Eine kleine Merkhilfe bringt Ordnung in das Durcheinander:
Wenn du das meinst … | Passender Begriff |
sechseckige Aufnahme innerhalb einer Schraube | Innensechskant |
Werkzeug für diese Aufnahme | Innensechskantschlüssel |
Schraube mit entsprechender Aufnahme | Innensechskantschraube |
Produkt der entsprechenden Marke | INBUS |
umgangssprachliche Bezeichnung | Inbus/Inbusschlüssel |
L-förmige Bauform | Winkelschlüssel |
sechseckiger äußerer Schraubenkopf | Außensechskant |
Damit kannst du die meisten Begriffe bereits sauber auseinanderhalten.
FAQ: Inbus, Innensechskant und Sechskantschlüssel
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Inbus häufig als Synonym für Innensechskant beziehungsweise Innensechskantschlüssel verwendet. Genau genommen ist INBUS jedoch ein Markenname, während Innensechskant die technische Bezeichnung des entsprechenden Profils ist.
Ja. INBUS ist ein Markenname. Deshalb ist Innensechskantschlüssel die passendere allgemeine Bezeichnung, wenn Werkzeuge unterschiedlicher Hersteller gemeint sind.
Der Name geht auf die historische Bezeichnung „Innensechskantschraube Bauer und Schaurte“ zurück.
Ein Innensechskant ist ein sechseckiges Profil innerhalb eines Schraubenkopfes. Das passende Werkzeug besitzt ebenfalls ein sechseckiges Profil und wird in die Schraube eingesetzt.
Ein Innensechskantschlüssel ist ein Werkzeug zum Drehen von Schrauben mit Innensechskantprofil. Er ist unter anderem als Winkelschlüssel, T-Griff, Bit, Steckschlüsseleinsatz oder Bestandteil eines Fahrrad-Multitools erhältlich.
Beim Innensechskant befindet sich das Werkzeugprofil innerhalb des Schraubenkopfes. Beim Außensechskant befindet sich das Sechskantprofil außen und wird beispielsweise mit einem Maul-, Ring- oder Steckschlüssel gegriffen.
Umgangssprachlich werden die Begriffe häufig gleichgesetzt. Fachlich sollte zwischen dem allgemeinen Innensechskantschlüssel und dem Markennamen INBUS unterschieden werden.
Als allgemeine und technisch eindeutige Bezeichnung eignet sich Innensechskantschlüssel. Bei der klassischen L-förmigen Variante ist auch die Bezeichnung Innensechskant-Winkelschlüssel gebräuchlich.
Innensechskantschrauben ermöglichen kompakte Schraubverbindungen und sind mit relativ einfachen Werkzeugen erreichbar. Deshalb begegnen sie dir an vielen Fahrradkomponenten und Zubehörteilen.
Fazit: Inbus, Innensechskant und Sechskantschlüssel sind nicht exakt dasselbe
Im Fahrradalltag werden Inbus, Innensechskant und Sechskantschlüssel häufig durcheinandergeworfen. Meistens versteht trotzdem jeder, welches Werkzeug gemeint ist.
Technisch lohnt sich eine genauere Unterscheidung.
Innensechskant bezeichnet das sechseckige Innenprofil einer Schraube.
Der Innensechskantschlüssel ist das passende Werkzeug dafür.
INBUS ist dagegen ein Markenname, der im deutschen Sprachgebrauch häufig wie eine allgemeine Bezeichnung verwendet wird.
Und Sechskant ist der übergeordnete geometrische Begriff, der nicht automatisch bedeutet, dass es sich um einen Innensechskant handelt.
Für Fahrradschrauber musst du daraus keine Wissenschaft machen. Wenn du im Keller nach dem „5er Inbus“ rufst, wird vermutlich jeder wissen, was du möchtest.
Wenn du allerdings fachlich korrekt über Werkzeug sprichst oder unterschiedliche Hersteller vergleichst, ist Innensechskantschlüssel die bessere allgemeine Bezeichnung.







