Innensechskant rundgedreht: Ursachen, Vermeidung und Lösungen

Innensechskant rundgedreht: Ursachen, Vermeidung und Lösungen

Innensechskant rundgedreht: Ursachen, Vermeidung und Lösungen

Du setzt den Innensechskantschlüssel an, willst die Schraube lösen und plötzlich dreht das Werkzeug durch. Statt sauber zu greifen, rutscht der Schlüssel im Schraubenkopf. Die ursprünglich klaren Kanten des Innensechskants sehen inzwischen eher rund als sechseckig aus.

Ein rundgedrehter Innensechskant gehört zu den Problemen, die beim Schrauben am Fahrrad besonders nerven. Vor allem dann, wenn die beschädigte Schraube an einer schlecht erreichbaren Stelle sitzt oder sich partout nicht lösen will.

Die gute Nachricht: Ein beschädigter Innensechskant bedeutet nicht automatisch, dass die Schraube verloren ist.

Je nachdem, wie stark das Profil bereits beschädigt ist, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Schraube noch zu lösen. Noch wichtiger ist allerdings die Frage, warum ein Innensechskant überhaupt rund wird. Häufig liegt die Ursache nicht allein bei der Schraube. Ein verschlissener Schlüssel, die falsche Werkzeuggröße, Schmutz im Schraubenkopf oder ein schräger Werkzeugansatz können ebenfalls verantwortlich sein.

In diesem Ratgeber erfährst du, warum Innensechskantschrauben runddrehen, wie du das Problem möglichst vermeidest und welche Möglichkeiten du bei einer bereits beschädigten Schraube hast.

Das Wichtigste in Kürze

Ein Innensechskant wird meist dann beschädigt, wenn Werkzeug und Schraube nicht mehr sauber ineinandergreifen.

Häufige Ursachen sind:

  • falsche Schlüsselweite
  • verschlissene oder minderwertige Werkzeuge
  • Werkzeug nicht vollständig eingesteckt
  • Schmutz oder Korrosion im Schraubenkopf
  • schräger Werkzeugansatz
  • zu hohe Kraft
  • bereits beschädigte Schrauben
  • ungeeigneter Einsatz eines Kugelkopfs

Wenn der Schlüssel erstmals durchrutscht, solltest du nicht einfach mit mehr Kraft weitermachen. Dadurch wird das Innenprofil meist nur weiter beschädigt.

Prüfe zuerst Werkzeug, Schlüsselweite und Zustand des Schraubenkopfes. Bei einer nur leicht beschädigten Schraube kann ein hochwertiger, präzise passender Innensechskantschlüssel manchmal noch ausreichend Halt finden.

Was bedeutet „Innensechskant rundgedreht“?

Eine intakte Innensechskantschraube besitzt im Schraubenkopf ein klar definiertes sechseckiges Innenprofil.

Der passende Innensechskantschlüssel greift an den entsprechenden Flächen des Profils an. Dadurch kann das Drehmoment vom Werkzeug auf die Schraube übertragen werden.

Wird das Profil beschädigt, verändern sich insbesondere die Kanten und Kontaktflächen.

Der Schlüssel bekommt zunehmend Spiel.

Im fortgeschrittenen Stadium kann sich das Werkzeug im Schraubenkopf drehen, ohne die Schraube mitzunehmen.

Umgangssprachlich spricht man dann davon, dass der Innensechskant rundgedreht oder die Schraube „ausgenudelt“ ist.

Je früher du das bemerkst, desto besser stehen die Chancen, die Schraube ohne aufwendigere Maßnahmen zu lösen.

Warum dreht ein Innensechskant rund?

In vielen Fällen entsteht der Schaden nicht schlagartig. Das Schraubenprofil wird nach und nach beschädigt.

1. Falsche Schlüsselweite

Ein Innensechskantschlüssel muss exakt zur Schraube passen.

Ein Schlüssel, der „irgendwie reinpasst“, ist nicht gut genug.

Besonders problematisch kann die Verwechslung zwischen metrischen und zölligen Werkzeuggrößen sein. Ein Werkzeug kann zunächst passend wirken, obwohl zu viel Spiel vorhanden ist.

Sobald du größere Kräfte überträgst, konzentriert sich die Belastung auf kleinere Bereiche des Schraubenprofils.

Die Kanten beginnen sich zu verformen.

Eine gute Werkstattregel lautet deshalb:

Fast passend ist nicht passend.  

2. Verschlissener Innensechskantschlüssel

Nicht nur Schrauben verschleißen. Auch Werkzeug kann sich abnutzen.

Bei häufig benutzten Innensechskantschlüsseln können sich die Kanten der Werkzeugspitze mit der Zeit verändern. Besonders günstige oder bereits stark beanspruchte Werkzeuge können sichtbar abgerundet sein.

Das Ergebnis ist mehr Spiel zwischen Werkzeug und Schraube.

Wenn du bemerkst, dass ein Schlüssel in mehreren eigentlich intakten Schrauben ungewöhnlich locker sitzt, solltest du die Werkzeugspitze genauer ansehen.

Ein verschlissener Schlüssel gehört aussortiert oder, sofern Bauart und Hersteller dies zulassen, fachgerecht überarbeitet.

3. Der Schlüssel steckt nicht vollständig in der Schraube

Ein Innensechskantschlüssel sollte möglichst vollständig im Schraubenprofil sitzen.

Das klingt selbstverständlich, wird beim schnellen Schrauben aber leicht übersehen.

Schmutz, Lackreste, Korrosion oder andere Ablagerungen können verhindern, dass die Werkzeugspitze bis zum Anschlag eingeführt wird.

Dann greift der Schlüssel nur im oberen Bereich des Schraubenkopfes.

Die verfügbare Kontaktfläche wird kleiner und die Belastung steigt.

Bevor du eine besonders feste Schraube löst, lohnt sich deshalb ein kurzer Blick in den Schraubenkopf.

4. Zu viel Kraft bei schlechtem Werkzeugeingriff

Mehr Kraft löst nicht jedes Problem.

Sitzt der Schlüssel bereits schlecht im Schraubenkopf, führt ein längerer Hebel möglicherweise nur dazu, dass du das Innenprofil schneller beschädigst.

Spürst du beim Lösen, dass sich der Schlüssel bewegt oder aus dem Profil herausdrücken möchte, solltest du aufhören.

Werkzeug herausnehmen, Schraubenkopf kontrollieren und Ursache suchen.

Dieser kurze Stopp kann den Unterschied zwischen einer problemlos lösbaren und einer vollständig rundgedrehten Schraube ausmachen.

5. Kugelkopf unter hoher Belastung

Ein Kugelkopf-Innensechskantschlüssel ist hervorragend für schwer erreichbare Schrauben.

Seine Stärke liegt darin, dass du das Werkzeug schräg ansetzen kannst.

Genau diese Konstruktion ist aber nicht die erste Wahl, wenn eine stark festsitzende Schraube mit hoher Kraft gelöst werden muss.

Bei einem angewinkelten Kugelkopf verändert sich der Kontakt zwischen Werkzeug und Schraubenprofil.

Musst du eine feste Schraube lösen, solltest du deshalb nach Möglichkeit eine gerade Innensechskantspitze vollständig einsetzen.

Den Kugelkopf kannst du anschließend verwenden, wenn die Schraube bereits gelöst ist und nur noch herausgedreht werden muss.

6. Korrosion: Wenn die Schraube festgerostet ist

Am Fahrrad ist Korrosion ein wichtiger Faktor.
Regen, Feuchtigkeit, Straßenschmutz und vor allem winterliche Bedingungen können Schraubverbindungen über längere Zeit stark beanspruchen.
Die Schraube lässt sich dann nicht mehr mit dem normalerweise notwendigen Lösemoment bewegen.
Das Problem dabei:
Je stärker die Schraube festsitzt, desto mehr Kraft überträgst du über das relativ kleine Innensechskantprofil.
Genau hier entsteht schnell ein rundgedrehter Schraubenkopf.
Deshalb solltest du bei einer sichtbar korrodierten oder ungewöhnlich fest sitzenden Schraube nicht sofort zu einem längeren Hebel greifen.

Erst die Korrosion behandeln, dann erneut lösen.

Festgerostete Innensechskantschraube lösen: Welche Flüssigkeit hilft?

Für korrodierte Schraubverbindungen eignet sich in erster Linie ein Rostlöser beziehungsweise Kriechöl.
Ein guter Rostlöser ist relativ dünnflüssig und soll in kleine Zwischenräume der Schraubverbindung eindringen.
Das unterscheidet ihn von einem normalen Schmiermittel.
Wenn eine Schraube stark korrodiert ist, würde ich deshalb einen speziellen Rostlöser mit hoher Kriechfähigkeit einem normalen Universal- oder Schmieröl vorziehen.

Rostlöser richtig anwenden

Gehe möglichst kontrolliert vor:

  1. Entferne zunächst groben Schmutz und losen Rost.
  2. Reinige den Innensechskant im Schraubenkopf.
  3. Gib Rostlöser gezielt an die zugängliche Stelle der Schraubverbindung.
  4. Lass das Mittel ausreichend einwirken.
  5. Bei stärkerer Korrosion kann eine erneute Anwendung sinnvoll sein.
  6. Reinige anschließend den Schraubenkopf erneut.
  7. Setze einen hochwertigen, exakt passenden Innensechskantschlüssel vollständig ein.
  8. Versuche die Schraube kontrolliert zu lösen.

Vermeide hektisches Hin- und Herdrehen mit einem bereits rutschenden Werkzeug.
Wenn sich nichts bewegt, überprüfe die Situation erneut, bevor du mehr Kraft einsetzt.

Wie lange sollte Rostlöser einwirken?

Dafür gibt es keine universelle Zeitangabe.
Das hängt vom verwendeten Produkt, der Korrosion und davon ab, wie gut der Rostlöser überhaupt an das Gewinde gelangen kann.
Halte dich deshalb an die Anwendungshinweise des jeweiligen Herstellers.
Bei einer stark korrodierten Verbindung kann eine längere Einwirkzeit sinnvoller sein als der sofortige Versuch mit maximaler Kraft.

Vorsicht: Rostlöser und Fahrradbremse

Hier ist besondere Aufmerksamkeit gefragt.
Rostlöser, Kriechöl und Schmiermittel gehören nicht auf die Reibflächen einer Fahrradbremse.
Vermeide insbesondere Kontakt mit:

  • Bremsscheiben
  • Scheibenbremsbelägen
  • Felgenbremsflächen
  • Bremsbelägen von Felgenbremsen

Schon kleine Mengen Öl können die Bremswirkung beeinträchtigen.
Bei Arbeiten in der Nähe einer Scheibenbremse solltest du das Mittel deshalb nicht großflächig versprühen.
Trage es möglichst gezielt auf.
Bei Carbon, lackierten Oberflächen, Kunststoffen, Gummi und Dichtungen solltest du außerdem die Materialverträglichkeit des verwendeten Rostlösers beachten.
Im Zweifel gilt:
Nicht einfach großzügig über das komplette Bauteil sprühen.

Rostlöser, Kriechöl oder normales Schmieröl?

Die Begriffe werden im Alltag gerne durcheinandergeworfen.
Für eine festgerostete Schraube ist entscheidend, dass das Mittel in die enge Schraubverbindung eindringen kann.

MittelFür festgerostete Schrauben
Spezieller Rostlösersehr gut geeignet
Dünnflüssiges Kriechölgut geeignet
Multifunktionsspraybei leichter Korrosion möglich
Normales Schmierölnicht die erste Wahl
Fettungeeignet zum Eindringen in eine festsitzende Verbindung

Fett kann bei der Montage bestimmter Schraubverbindungen eine Rolle spielen, ist aber kein sinnvoller Ersatz für einen Kriechrostlöser bei einer bereits festgerosteten Schraube.

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Innensechskant rundgedreht: Was solltest du zuerst tun?

Wenn der Schlüssel bereits einmal durchgerutscht ist, solltest du systematisch vorgehen.

Schritt 1: Sofort aufhören

Nicht noch fünfmal probieren.
Jeder weitere erfolglose Versuch kann das Profil stärker beschädigen.

Schritt 2: Schraubenkopf reinigen

Entferne Schmutz und Ablagerungen aus dem Innenprofil.

Schritt 3: Schlüsselweite kontrollieren

Verwende exakt die vorgesehene Größe.

Schritt 4: Werkzeug überprüfen

Die Spitze des Innensechskantschlüssels darf selbst nicht rund oder beschädigt sein.

Schritt 5: Korrosion beurteilen

Siehst du Rost oder andere deutliche Korrosionsspuren, kann ein Rostlöser sinnvoll sein.

Schritt 6: Gerade Werkzeugspitze verwenden

Bei einer problematischen Schraube solltest du möglichst keinen Kugelkopf verwenden.

Schritt 7: Werkzeug vollständig einsetzen

Nutze die größtmögliche Kontaktfläche zwischen Werkzeug und Schraube.
Erst danach solltest du einen neuen Löseversuch starten.

Lösung 1: Präzise passenden Innensechskantschlüssel verwenden

Ist das Schraubenprofil nur leicht beschädigt, kann ein hochwertiger und exakt passender Innensechskantschlüssel noch ausreichend greifen.
Setze die Werkzeugspitze vollständig und gerade ein.
Übe gleichzeitig kontrollierten Druck in Richtung Schraube aus und erhöhe die Lösekraft vorsichtig.

Beginnt das Werkzeug erneut zu rutschen, hör auf.
Ein zweites oder drittes Durchrutschen verbessert die Situation nicht.

Lösung 2: Korrosion mit Rostlöser behandeln

Sitzt die Schraube aufgrund von Korrosion fest, solltest du versuchen, die Ursache für den hohen Lösewiderstand zu reduzieren.
Hier kommt der zuvor beschriebene Rostlöser ins Spiel.
Lass ihm Zeit zum Einwirken und versuche anschließend erneut, die Schraube mit einem exakt passenden Werkzeug zu lösen.
Gerade bei älteren Alltagsrädern kann dieser Schritt entscheidend sein.

Lösung 3: Geeigneten Schraubenausdreher verwenden

Ist das Innensechskantprofil bereits stark beschädigt, kann ein normaler Schlüssel irgendwann keinen ausreichenden Halt mehr aufbauen.
Dann kommen spezielle Schraubenausdreher beziehungsweise Ausdrehsysteme infrage.
Diese Werkzeuge sind dafür vorgesehen, beschädigte Schrauben zu lösen.

Die Anwendung erfordert allerdings etwas Erfahrung.
Je kleiner die Schraube und je empfindlicher das umliegende Fahrradbauteil ist, desto vorsichtiger solltest du sein.
Wenn du das Verfahren nicht kennst, ist eine Fahrradwerkstatt häufig die bessere Adresse.

Lösung 4: Überstehenden Schraubenkopf greifen

Steht der Schraubenkopf ausreichend weit aus dem Bauteil heraus, kann es möglich sein, ihn mit einem geeigneten Greifwerkzeug von außen zu fassen.
Ob das funktioniert, hängt stark von Schraubenkopf, Zugänglichkeit und Umgebung ab.
An empfindlichen Oberflächen solltest du besonders vorsichtig arbeiten.
Abrutschende Zangen können nicht nur die Schraube beschädigen, sondern auch Rahmen oder Komponenten.

Lösung 5: Torx als Notlösung?

Ein häufig genannter Werkstatttrick besteht darin, einen passenden beziehungsweise etwas größeren Torx-Einsatz in den beschädigten Innensechskant einzusetzen oder einzutreiben.
Dadurch kann ein neues Angriffsprofil entstehen.
Das Verfahren kann funktionieren, ist aber keine universelle Lösung.
Durch das Einschlagen entstehen zusätzliche Kräfte. Außerdem kannst du Schraube, Werkzeug oder das umliegende Bauteil beschädigen.
Bei robusten und gut zugänglichen Schraubverbindungen kann die Methode für erfahrene Schrauber eine Option sein.
Bei Carbonbauteilen, empfindlichen Komponenten und sicherheitsrelevanten Bereichen würde ich damit nicht experimentieren.

Hilft ein Gummiband bei einem rundgedrehten Innensechskant?

Dieser Trick ist im Internet weit verbreitet.
Ein Stück Gummi zwischen Werkzeug und Schraube soll zusätzlichen Halt erzeugen.
Bei einem minimal beschädigten Schraubenkopf und sehr geringer Belastung kann das möglicherweise etwas zusätzliche Reibung bringen.
Bei einer festgerosteten und deutlich rundgedrehten Innensechskantschraube solltest du davon allerdings keine Wunder erwarten.
Das eigentliche Problem sind die beschädigten Kontaktflächen.
Ein präzise passendes Werkzeug oder ein dafür vorgesehenes Ausdrehsystem ist die zuverlässigere Lösung.

Wann gehört die Schraube in professionelle Hände?

Nicht jede Schraube ist ein guter Kandidat für Experimente.

Besonders vorsichtig solltest du sein, wenn die beschädigte Schraube an folgenden Bereichen sitzt:

  • Carbonrahmen
  • Carbonlenker
  • hochwertiger Vorbau
  • Bremssystem
  • Fahrwerk
  • E-Bike-Motor
  • E-Bike-Akkubefestigung
  • hochwertigen oder sicherheitsrelevanten Komponenten

Spätestens wenn Bohren, Fräsen oder andere spanende Arbeiten notwendig werden, steigt das Risiko deutlich.
Eine Fahrradwerkstatt hat neben geeigneten Werkzeugen vor allem Erfahrung mit solchen Situationen.
Das kann wesentlich günstiger sein, als beim Rettungsversuch ein teures Bauteil zu beschädigen.

Wie verhinderst du einen rundgedrehten Innensechskant?

Die beste Reparatur ist die, die gar nicht notwendig wird.

Exakte Schlüsselweite verwenden

Prüfe die Größe, bevor du Kraft aufbringst.

Hochwertige Innensechskantschlüssel verwenden

Präzise gefertigte Werkzeugspitzen können sauberer im Schraubenprofil sitzen.

Verschlissene Werkzeuge austauschen

Ein Lieblingsschlüssel ist irgendwann kein gutes Werkzeug mehr, wenn seine Kanten sichtbar abgerundet sind.

Schraubenkopf reinigen

Schmutz verhindert, dass das Werkzeug vollständig eingesetzt werden kann.

Kugelkopf richtig verwenden

Kugelköpfe sind hervorragend für schwer zugängliche Schrauben. Für hohe Lösekräfte solltest du möglichst eine gerade Werkzeugspitze verwenden.

Korrosion frühzeitig erkennen

Kontrolliere Schraubverbindungen an Rädern, die häufig bei Regen, Schmutz oder im Winter gefahren werden.

Drehmoment beachten

Ziehe Schrauben nicht nach dem Prinzip „fest ist gut, fester ist besser“ an.
Halte dich bei Fahrradkomponenten an die Drehmoment- und Montagevorgaben des jeweiligen Herstellers.

Sollte eine rundgedrehte Innensechskantschraube ersetzt werden?

Wenn du eine Schraube mit bereits deutlich beschädigtem Innenprofil erfolgreich herausbekommen hast, solltest du sie normalerweise nicht wieder einbauen.
Beim nächsten Lösen kann das Problem noch größer werden.
Ersetze sie durch eine geeignete neue Schraube.
Dabei zählt nicht nur die Schlüsselweite.
Du musst unter anderem auf folgende Eigenschaften achten:

  • Gewindedurchmesser
  • Gewindesteigung
  • Schraubenlänge
  • Kopfform
  • Material beziehungsweise Festigkeit
  • Herstellervorgaben

Besonders bei sicherheitsrelevanten Komponenten solltest du keine beliebige Schraube verwenden, nur weil sie äußerlich ungefähr passt.

FAQ: Rundgedrehte und festgerostete Innensechskantschrauben

Reinige zuerst das Schraubenprofil und verwende einen hochwertigen, exakt passenden Innensechskantschlüssel mit gerader Spitze. Bei Korrosion kann vorher ein Rostlöser helfen. Ist das Profil stark beschädigt, kann ein geeignetes Ausdrehsystem erforderlich sein.

Ein spezieller Rostlöser beziehungsweise dünnflüssiges Kriechöl ist dafür am besten geeignet. Das Mittel soll in die korrodierte Schraubverbindung eindringen und das spätere Lösen erleichtern.

Das hängt vom Produkt und vom Grad der Korrosion ab. Beachte die Herstellerangaben des verwendeten Rostlösers. Bei stärkerer Korrosion kann eine längere Einwirkzeit und gegebenenfalls eine erneute Anwendung sinnvoll sein.

Normales Schmieröl ist für stark festgerostete Schraubverbindungen nicht die erste Wahl. Ein spezieller Rostlöser beziehungsweise ein gut kriechendes Produkt ist dafür geeigneter.

Nein. Rostlöser und andere ölhaltige Mittel sollten nicht auf Bremsscheiben, Bremsbeläge oder andere Bremsflächen gelangen, da sie die Bremswirkung beeinträchtigen können.

Häufige Ursachen sind falsche Schlüsselweiten, verschlissenes Werkzeug, unvollständiger Werkzeugeingriff, Korrosion, Schmutz, ein ungünstiger Winkel oder zu hohe Kraft.

Für hohe Lösekräfte ist eine gerade Innensechskantspitze normalerweise besser geeignet. Sie sollte möglichst vollständig und gerade im Schraubenprofil sitzen.

Die Methode kann in bestimmten Fällen funktionieren, birgt aber Risiken. Besonders bei Carbon, empfindlichen Komponenten oder sicherheitsrelevanten Fahrradteilen ist Vorsicht geboten.

Bei minimalen Beschädigungen kann es eventuell etwas zusätzliche Reibung erzeugen. Für stark beschädigte oder festgerostete Schrauben ist es keine zuverlässige Reparaturmethode.

Wenn das Profil stark zerstört ist, die Schraube an einem empfindlichen oder teuren Bauteil sitzt oder Bohren beziehungsweise andere invasive Verfahren notwendig werden, ist professionelle Hilfe sinnvoll.

Fazit: Erst die Ursache lösen, dann die Schraube

Bei einem rundgedrehten Innensechskant ist mehr Kraft selten die erste Lösung.

Prüfe zunächst, warum der Schlüssel nicht mehr richtig greift.

Ist die Werkzeuggröße korrekt? Ist der Schlüssel verschlissen? Steckt Schmutz im Schraubenkopf? Wurde ein Kugelkopf unter zu hoher Belastung verwendet? Oder ist die Schraubverbindung schlicht festgerostet?

Bei Korrosion ist ein geeigneter Rostlöser beziehungsweise dünnflüssiges Kriechöl oft der sinnvollere nächste Schritt als ein längerer Hebel.

Lass das Mittel einwirken und starte anschließend einen kontrollierten Löseversuch mit einem präzise passenden, geraden Innensechskantschlüssel.

Ist das Innenprofil bereits stark zerstört, können Schraubenausdreher oder andere professionelle Methoden notwendig werden.

Und gerade bei Carbon, Bremsen oder hochwertigen Fahrradkomponenten gilt: Lieber rechtzeitig zur Werkstatt als beim letzten Rettungsversuch ein teures Bauteil beschädigen.

Die wichtigste Regel kannst du dir merken:

Rutscht der Innensechskantschlüssel durch, nicht stärker drehen. Erst prüfen, warum er nicht mehr greift.

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